Eine gesegnete und frohe Osterzeit allen Lichtenradern.
Die Christenheit jubelt, wer heute Nacht mitgefeiert hat, hat den Glauben an die eigene Auferstehung besungen und gefestigt.
Das Bild gibt den oberen Teil von Michelangelos ursprüglichem „Jüngstem Gericht“ wieder. Passend hierzu schreibt Father Richard Rohr in seiner täglichen Meditation heute am 5. April 2026:
Ich frage mich oft, warum so vieles im menschlichen Leben so sinnlos, so tragisch, so kurz und so traurig erscheint. Wenn Christus auferstanden ist, warum sterben Menschen, bevor sie wirklich zu leben beginnen? Warum gibt es unaufhörliche Kriege? Warum sitzen so viele Menschen zu Unrecht im Gefängnis? Warum werden die Armen unterdrückt? Warum zerstören wir so viele unserer Beziehungen? Wenn Christus auferstanden ist, warum gibt es so viel Leid? Was hat Gott damit zu tun? Es ergibt einfach keinen Sinn. Ist die Auferstehung etwas, das nur einmal in seinem Leib geschah, aber nicht in unserem?
Ich glaube, die Auferstehung Christi bedeutet, dass das Jüngste Gericht bereits stattgefunden hat. Wir brauchen uns davor nicht zu fürchten. Wir müssen es weder vermeiden noch leugnen. Gottes Jüngstes Gericht ist, dass Gott das letzte Wort hat! Ostern offenbart uns, dass es keine Sackgassen gibt; letztendlich wird nichts in Tragödie und Kreuzigung enden. Natürlich blicken wir um uns, auf die Geschichte und auf das Leben in seinen alltäglichen Momenten, und es scheint: „Nein, das stimmt nicht.“ Und doch, immer wieder, hier und da, öfter als wir ahnen, bricht neues Leben hervor für diejenigen, die bereit sind, dieses universelle Geheimnis der Auferstehung zu erkennen und mit ihm zusammenzuwirken.
Wir haben hier in meiner Gegend das große Glück, dass Ostern mit dem Frühling zusammenfällt. Falls das bei Ihnen auch so ist, hoffe ich, Sie gehen hinaus und bewundern die Blätter und Blumen, die nach den Wintermonaten wieder erblühen. Ich bin heute Morgen früh hinausgegangen, um den Oster-Sonnenaufgang zu erleben. Und tatsächlich, die Sonne ging auf, wie jedes Jahr, und lugte über den Horizont, genau zwischen zwei Bergen. Es wirkte weniger wie ein Sonnenaufgang , sondern eher wie ein sanftes Aufwallen . Das Licht kam von der Erde. Es kam aus der Welt, in der wir leben. Es kam nicht von oben, sondern von unten. Es schien zu sagen: Selbst all das, was so trüb und vergänglich aussieht, selbst all das, was so gewöhnlich und vergänglich wirkt, wird neu geboren werden.
Ostern ist das Fest der Hoffnung. Es verkündet, dass Gott das letzte Wort hat und sein endgültiges Urteil die Auferstehung ist. Gott wird alles, was wir verstümmeln, zerstören, verletzen und bestrafen, in Leben und Schönheit verwandeln.
Was die Auferstehung vor allem offenbart, ist, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Jesus geht den Weg des Todes in Liebe, und was daraus wird, ist nicht der Tod, sondern das Leben. Welch eine Überraschung! Es entzieht sich jeder logischen Erklärung. Doch genau darin liegt das Geheimnis: Nichts stirbt ewig, und alles, was gestorben ist, wird in Liebe wiedergeboren.
Christ zu sein bedeutet also, unweigerlich und für immer ein Mensch der Hoffnung zu sein. Gott in Christus sagt uns: Das ist es, was Bestand haben wird: Mein Leben und meine Liebe werden immer und ewig das letzte Wort haben.
Hiermit verabschiede ich mich nach fünf Jahren als Begleiter des Klimafastens für Lichtenrade und schließe diese Webseite mit dem diesjährigen Motto der Aktion „Genug ist genug!“ und verlinke fröhlich winkend mal auf „neuer Anfang“.
